​Der perfekte Innovations-Workshop

Methoden, Tipps und Trends, die helfen, einen Innovations-Workshop perfekt zu gestalten

Die meisten haben es schon erlebt:


Man bekommt eine Einladung für einen Workshop. Der Titel hört sich spannend an und das Thema scheint relevant…


Doch jetzt kommt der Tag der Wahrheit...


Plötzlich, denn es gab keinen Reminder oder eine weitere Information...


Es kommen nur die Kollegen die gerade konnten....


Die meisten freuen sich nicht gerade da zu sein, weil sie nichts beitragen können...


oder Ihnen das Thema am A….vorbeigeht!


Als Location wurde der “Grosse Meetingraum” mit den schweren Stühlen und dem noch größeren hässlichen braunen Tisch gewählt.


Der Beamer funktioniert heute mal wieder nur mit Überredungskunst...


Das Mittagessen kommt auf Papptellern….


​Und der 2000ste Bulletpoint versetzt dich endgültig ins Wachkoma!!!



Das ist natürlich etwas übertrieben dargestellt, trotzdem sind die einzelnen Komponenten genauso täglich hundertfache Realität.


Es kann aber auch ganz anders laufen!


Wie?


Wie die Wahrscheinlichkeit für einen perfekten Innovations-Workshop maximiert wird, erfährst du in diesem umfassenden Überblicksartikel.

Was genau macht eigentlich einen Workshop aus?


Bei einem Workshop gibt es immer ein zentrales Thema, welches von den Teilnehmern und unter Anleitung eines Moderators im Team oder Kleingruppen bearbeitet wird.


Ein Workshop ist immer dann sinnvoll, wenn es darum geht, GEMEINSAM Lösungen und Strategien zu entwickeln. Im Vordergrund sollte daher die gemeinsame Entwicklung oder Weiterentwicklung des gewählten Themas stehen.


Ein Workshop wird erst dann effektiv, wenn durch Gruppendynamik Wissensvermittlung und Wissensaustausch stattfindet. Dabei respektiert der Moderator die Erfahrung und Kompetenz der Teilnehmer und motiviert die Teilnehmer durch geeignete Methoden, sich aktiv zu beteiligen und Verantwortung zu übernehmen.


Bevor man also einen Workshop organisiert, sollte man sich fragen, ob er das geeignete Werkzeug ist, um die gewünschten Ziele zu erreichen.


​​​Vorbereitung

Die Vorbereitung eines Workshops kann grob in drei Aspekte eingeteilt werden:


​1. Organisation

2. Durchführung

3. Inhalt / Thema des Workshops


Bei der Konzeptionierung eines Workshops gibt es gefühlt 1000 Dinge, die organisiert werden müssen.

Fangen wir bei dem wichtigesten an:   Den Teilnehmern.


Wer soll teilnehmen?


Heißt konkret:

  • Wie viele Personen sollen oder können teilnehmen?
  • wer verfügt über das nötige Fachwissen?
  • wer hat Entscheidungskompetenzen?
  • wer ist direkt oder indirekt vom Thema betroffen?
  • wer hat besondere Fähigkeiten, bspw. um gute Outsider-Inputs zu geben?
  • welches Mindset sollen die Teilnehmer haben?
  • welchen Background sollen die Mitstreiter einbringen?

Der Moderator kann der David Copperfield auf seinem Gebiet sein. Aber auch er wird am Ende nur das aus dem Workshop herauskitzeln können, was die Teilnehmer mitbringen.


Die richtige Selektion der Workshopteilnehmer ist eine Kunst und von höchster Priorität.


Was du hier beachten solltest erfährst du in dem Spezial Blog: “Die richtigen Workshopteilnehmer finden und ansprechen - so funktionierts” (erscheint bald).


Wo soll der Workshop stattfinden?

Bei der Organisation wird entschieden, ob der Workshop in der Firma, also Inhouse, oder an einem externen Veranstaltungsort stattfindet.


  • Welche Räumlichkeiten eignen sich in der Firma in Bezug auf Größe und Ausstattung?
  • Wie können mögliche Störungen von außen vermieden werden?
  • In welchem Umfeld gelangt man zu dem bestmöglichen Ergebnis?


Hier ist vor allem auf die Zielsetzung zu achten. Zum Beispiel benötigt ein Kreativworkshop ein anderes Umfeld als ein Strategieworkshop.


Überwiegend ist zu einem externen Workshop zu raten, wenn eine Erreichbarkeit der Teilnehmer nicht zwingend notwendig ist und man unnötige Störungen von außen vermeiden möchte.


Darüber hinaus sind die Teilnehmer bei einem externen Workshop bildlich gesprochen in einer kleinen Blase, in der sie sich voll und ganz auf das Thema einlassen können. Oder dem nicht entfliegen können - wie diese Goldfische :-)


Wie strukturiere ich den Workshop?


Klare Strukturen sind für einen Innovations-Workshop unerlässlich.


  • Wann gibt es z. B. Pausen und wie viele?
  • Werden Sie nach einer gewissen Zeit oder nach bestimmten Themenabschnitten gelegt?
  • Gibt es zusätzlich noch Platz für informelle Gespräche?


Die Gliederung eines Workshops ist auch entscheidend für den Erfolg, da zu kurze oder auch zu lange Themenblöcke dafür sorgen, dass das Thema nicht effizient bearbeitet wird.


Welche Präsentationsform verwende ich?

Es gehört zur Vorbereitung eines Workshops, dass man sich mit den diversen Visualisierungsmöglichkeiten beschäftigt und diese organisiert.


Gibt es zum Beispiel Flipcharts, Moderationskoffer, Beamer und Laptops, die für den Workshop genutzt werden können?


Eine große Bandbreite an Visualisierungsmöglichkeiten wird hier detailliert beschrieben.

Reinschauen lohnt sich.


Ein Thema, welches gerne bei der Konzeptionierung eines Workshops vergessen wird, ist die Dokumentation.


Was soll dokumentiert werden (Verlauf oder Ergebnis)?

Wie soll dokumentiert werden (schriftlich und/oder visuell)?

Wer sorgt dafür während und nach dem Workshop?


Wie lade ich ein?

Nachdem der Teilnehmerkreis feststeht, der Veranstaltungsort bestimmt und die Struktur und Präsentationsformen des Workshops festgelegt wurden, fehlt nur noch die passende Einladung.


​Neben der Form (Bspw. InMail, E-Mail, perönlich) sollte man sich auch über den richtigen Inhalt der Einladung Gedanken machen:

1. Der Hintergrund und Anlass sowie die Ziele der Veranstaltung sollten erklärt werden.i

​​Damit erhalten die Teilnehmer die Möglichkeit, sich inhaltlich mit dem Thema zu beschäftigen und sich vorzubereiten.


2. Die Angabe von Ort und Zeiten, eine vorläufige Tagesordnung und eventuell auch Vorabinformationen bzw. Vorbereitungsmaterial.

Dies bietet den Teilnehmern die Möglichkeit, ihre eigenen Anmerkungen oder Wünsche zum Thema im Vorfeld mitzuteilen.


Nach Versand der Einladung achte darauf, ob alle notwendigen Teilnehmer zugesagt haben. Schließlich steht und fällt der Erfolg eines Workshops mit den Teilnehmern und deren Input.


Eine Zeitschiene hilft, bis wann eine Rückmeldung erfolgen sollte. Falls noch nicht alle Teilnehmer bis zum Wunschtermin geantwortet haben, solltest du eine Erinnerung verschicken und sicher gehen, dass bis zur Durchführung des Workshops alle Rückmeldungen eingeholt sind.

​​​Durchführung

Die Moderation von inhaltlich anspruchsvollen Meetings - wie es ein Innovations-Workshop nun mal ist - erfordert ein hohes Maß an Kraft und Konzentration.


Daher unbedingt JETZT eine wichtige Frage:

Wer soll den Innovations-Workshop moderieren?


Möchtest du selber der Moderator sein?

Soll ein Teamkollege den Workshop halten?

Oder soll ein externer professioneller Moderator beauftragt werden?


Jede Version hat seine Vorzüge…


Der Moderator eines Innovations-Workshops oder einer anderen professionellen Veranstaltung betrachtet das Team von außen und gibt wenn nötig Hilfestellung, beispielsweise in der Strukturierung der gruppendynamischen Prozesse.


Damit werden u.a. die empathischen Fähigkeiten eines Moderators angesprochen. Er sollte in der Lage sein, mit Konflikten professionell umzugehen und eine Lösung parat haben.


Ein Moderator muss im Gegensatz zu einem Trainer, der ein bestimmtes Wissen vermitteln soll, kein Fachexperte des zu bearbeitenden Themas sein.


Er hält sich nämlich idealerweise inhaltlich bewusst zurück. Moderatoren sollen aus einer neutralen und respektvollen Haltung heraus agieren, indem sie die Struktur des Workshops vorgeben und die Methoden auswählen, mit denen die Teilnehmer dann die vereinbarten Ziele erreichen können.

​​Folgende Aufgaben übernimmt ein Workshop-Moderator:

  • Er strukturiert und leitet die Diskussionen
  • Er steuert die Gruppen- und Arbeitsprozesse
  • Er vereinbart die Spielregeln im Vorfeld und überwacht diese während des Workshops
  • Bedürfnisorientierung zum Kunden hin
  • die Meinungen der Teilnehmer und Informationen wird er sammeln und verdichten
  • Er hat die Zeit im Blick und das Thema immer im Fokus
  • Er kann im Optimalfall auch fachliche Inputs geben/challengen
  • Und ein ganz wichtiger Punkt: das Visualiesieren der Diskussion

Gar nicht so wenig, oder?


Das Moderieren und insbesondere das Vorsprechen vor Fremden oder Kollegen ist auch nicht jedermanns Sache.


Wenn man außerdem das Thema mitbearbeiten möchte, empfehle ich ​IMMER die Position des Teilnehmers - die eigene Ziele können nur dann aktiv verfolgt werden.


Die Wahl sollte demnach auf einen anderen Kollegen mit Moderationserfahrung oder auf einen externen professionellen Moderator fallen.


Der klassische Moderator ist für die inhaltlichen Ergebnisse nicht verantwortlich sondern lediglich dafür, dass gute Ergebnisse erzielt werden.


Die Hauptaufgabe sollte es sein, der gesamten Gruppe zu ermöglichen, in einer guten Atmosphäre zielorientiert und produktiv zu arbeiten. Es kommt schließlich auf den Inhalt an, der in einem Workshop präsentiert wird.


Übrigens: Die Moderation ist ein Leitungsstil, der ideal zur vernetzten, weniger hierarchisch orientierten Welt von heute passt. Auch ohne Workshop nur zu empfehlen!


Wichtig und nicht zu vergessen: 

Bei der Innovationsfindung ist gerade die Anfangsphase von Offenheit geprägt.

​Auf persönlicher Ebene ist das eine der grössten Herausforderungen.


Bleibe offen für Neues in diesem Prozess!


Menschen sind sehr schnell von den eigenen, respektive von den Ideen, die sie bereits überzeugt haben, infiziert - das ist im Grunde auch gut so, da es die intrinsische Motivation generiert.


Im Lösungsfindungsprozess und der Lösungs-Definition kann dies jedoch kontraproduktiv sein. Hinzu kommen Aspekte wie persönliche Befindlichkeiten, Interessen und Politik.


Die Message an dieser Stelle ist einfach:

Einem Außenstehenden fällt es sehr viel einfacher, diese vermeintlichen Sackgassen zu umgehen.


​​Inhalt bzw. das Thema des Workshops

Um das inhaltliche Vorgehen passgenau planen zu können, muss der Auftrag und das Ziel des Workshops klar definiert sein.

Das inhaltliche Fundament eines erfolgreichen Innovations-Workshops erbaust du mit einem strukturierten Ablaufplan. Dieser Ablaufplan oder Fahrplan legt die Route fest, die die Teilnehmer auf dem Weg zum vereinbarten Ziel einschlagen werden.


Zu einem Ablaufplan gehören auch die drei Bereiche eines Workshops. Die Anfangsphase, die Arbeitsphase und die Abschlussphase geben die Struktur vor.


Dabei fallen für die Anfangsphase rund 25 Prozent der Zeit und für die Abschlussphase nur rund 10 Prozent der Zeit ins Gewicht. Mindestens 65 Prozent der gesamten Zeit des Workshops soll auf die Arbeitsphase verwendet werden.


Dies ist der essentielle Teil eines Workshops. Kommen wir direkt zur Beantwortung der dazugehörigen essentiellen Frage:


Was ist der Sinn des Workshops? Welches Ziel verfolgst du?


Viele „Meetings“ und Teamtreffen scheitern, weil es einfach kein klar definiertes Ziel gibt!


Manchmal ist das Ziel nur vage formuliert oder unattraktiv oder sogar unrealistisch. ​Aber Erfolg wir nur durch die Vereinbarung von Zielen gesichert!


Der amerikanische Schriftsteller Mark Twain hat einmal gesagt: „Wer nicht weiß, wohin er will darf ich nicht wundern, wenn er woanders ankommt.“

​Dieses Zitat beschreibt sehr treffend, wie wichtig es ist, Ziele klar zu definieren.


Also: Was ist DEIN Ziel?


Nachdem du dein Ziel ​nun klar vormuliert hast, ist es während des Workshops wichtig, den Überblick zu behalten.

Die Sicht für das Große Ganze solltest du schon während der inhaltlichen Planung berücksichtigen. Denn jetzt analysierst du die Ausgangssituation und hast die Möglichkeit, Probleme oder mögliche Konflikte zu betrachten.


Es wird also eine sog. Vorfeld-Analyse erstellt. Die Zeit, die für diese Vorfeld-Analyse investiert wird, ist hinten heraus sehr gut genutzte Zeit.


Wann ist diese Vorfeld-Analyse ein Muss?


  • Wenn das Thema eventuell umstritten, schwierig, komplex oder konfliktbehaftet ist
  • Wenn die Ergebnisse des Workshops erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens haben werden
  • Wenn der Workshop eine Auswirkung auf die Kunden hat
  • Es sich um eine neue Veranstaltung handelt (sei es eine Auftaktveranstaltung oder vielleicht einen Kooperationsstart)
  • Wenn der Workshop 2 oder länger als 3 Tage dauern wird
  • Wenn du dich entschieden hast, den Workshop selbst zu moderieren, aber noch keine Erfahrung als Moderator gesammelt hast.

 

Was bringt es?


  • Probleme werden abgemildert (Konflikte, Desinteresse, Frustration)
  • Misserfolge und böse Überraschungen treten wahrscheinlich gar nicht erst auf, bzw. werden abgemildert
  • Das Team bzw. die Teilnehmer werden noch besser kennen gelernt
  • Der Erfolg der Gruppenarbeit wird größer sein als wenn das Thema nur aus der rein sachlichen Perspektive betrachtet wird
  • Eine gute inhaltliche Vorbereitung bringt mentale Sicherheit


Nachdem mit Hilfe eines Ablaufplans die inhaltlichen Pfeiler stehen und du die Ausgangslage gecheckt hast, ist auf der emotionalen Seite deine mentale Sicherheit der Schlüssel für das Gelingen eines Workshops.

​Das Herzstück eines Workshops​​​​​


Die Präsentation der Workshop-Inhalte


Der inflationäre Gebrauch von PowerPoint-Präsentation in abgedunkelten Räumen hat dazu geführt, dass viele Menschen vor sich hin dämmern und abschalten.


Wenn dann noch gleichförmig und monoton die Folien abgelesen werden, ist der Workshop schon zum Scheitern verurteilt...


Das kann aber auch ganz anders laufen. Wie?


Indem du die Inhalte kreativ und anschaulich präsentierst!


​Wie sollte der Inhalt des Innovations-Workshops präsentiert werden?


​Auch hier gilt: Struktur hilft. Nach einer gelungen Eingangsphase folgt der wichtigste Teil des Workshops: Die Arbeitsphase.


Generell gibt es unzählige Medien, mit denen du einen Innovations-Workshop gestalten kannst. Powerpoint-Präsentationen (PPT) werden mit am häufigsten benutzt. Hier sollte die Betonung auf NUTZEN und nicht BE-nutzen liegen, denn sie sollten den Moderator nur in seiner Funktion unterstützen.


Es kommt natürlich darauf an, wie die Folien visuell gestaltet werden. Dieses Medium muss intelligent genutzt werden, wenn es anregend und konstruktiv sein soll. Die Visualisierung bringt die Konzentration auf das Wesentliche.



Die PPT hat neben der guten Lesbarkeit den Vorteil, dass sie mit Hilfe von Bildern und Videosequenzen mehrere Sinne anspricht. Die Dateien können gut archiviert und nach dem Workshop problemlos zum Beispiel via E-Mail den Teilnehmern zugänglich gemacht werden. Außerdem wird funktionale Software mit Moderations-Tools angeboten und auch in einer großen Gruppe kann der Inhalt noch von Frau Elisabeth Müller aus der Finanzabteilung ganz am Ende des Raumes auch noch gelesen werden.


7 Tipps für gute Powerpoint-Präsentationen


1. Baue die Folien klar und strukturiert auf

2. Notiere nur Schlagworte

3. Dein Motto sollte lauten: „Weniger ist mehr“

4. Eine Folie sollte nicht mehr als 7 bis 9 und Zeilen haben

5. Verwende lieber wenige Effekte

6. Wähle Farben, die kontrastreich sind; zum Beispiel schwarz und rot oder blau und grau

7. Lese niemals den Text von den Folien ab



Wenn du dir nicht selber die Arbeit einer PPT machen möchtest, gibt es hier eine kostenlose Präsentationsvorlage für deinen Workshop (erscheint in Kürze).



Whiteboard, Tafel oder Pinnwand sind weitere Tools, die in einem Innovations-Workshop nicht fehlen dürfen. ​Dazu an anderer Stelle natürlich mehr.


Das solltest du wissen:


In den einzelnen Phasen deines Workshops muss der Moderator immer wieder präsentieren. Egal ob es sich um das Welcome, die Einleitung, die Erklärungen der einzelnen Sessions oder das Schlusswort handelt…



Der Moderator sollte SOUVERÄN vortragen!



Viele Menschen denken, dass diese Eigenschaft angeboren ist. Das ist Quatsch!


Natürlich wird man aus einem introvertierten Mäuschen keinen Rockstar-Presenter machen. Aber der Schlüssel liegt wie bei den meisten Sachen in der harten Arbe



Wusstest du beispielsweise, dass der legendäre Steve Jobs seine Präsentationen immer ganz akribisch vorbereitet hat? Vor jeder Präsentation hat er stundenlang trainiert und jede Bewegung, jede Betonung ganz genau festgelegt. Seine Speeches überraschen mit Spezialeffekten und meist erzählt er die ein oder andere packende Geschichte dazu… (hier findest du ein Beispiel).


​Denn: Vorbereitung ist Alles!


Das Ziel ist das Verstehen durch Veranschaulichen.


Generell gilt, dass sowohl mit Papiermedien als auch mit technischen Medien gearbeitet werden kann. Die Kombination von beiden sollte in jeden Workshop vorkommen.


Handouts geben den Teilnehmern alle nötigen Informationen und begleiten deine Präsentation. Handouts haben den Zweck der Orientierung während des Vortrags. Sie enthalten Definitionen, Abbildungen oder Beispiele.

Sie dienen zur Reduzierung der Schreibarbeit während des Workshops und bieten den Teilnehmern Platz für Notizen.


Um noch einmal zu Steve Jobs zurückzukehren: In seiner Biografie von Walter Isaacson ist folgendes Zitat zu finden: „Ich hasse es, wenn jemand Präsentationen auf Folien macht, anstatt nachzudenken. Menschen, die wissen, worüber sie reden, brauchen kein Powerpoint.“


Nur so nebenbei :-)


Was macht einen guten Einstieg in einen Workshop aus?

Ein guter Einstieg beginnt schon, bevor der Workshop überhaupt stattfindet.

Versetze die Teilnehmer in gute Stimmung. Im Vorfeld kann zum Beispiel per E-Mail erneut Kontakt aufgenommen werden.

Dabei ist es unwichtig, ob man selbst den Workshop moderiert oder eine andere wichtige Funktion bei der Konzeption des Workshops bekleidet.


Manchmal reicht ein einfaches „Herzlich Willkommen“ auf einem Plakat oft schon aus.

​​Der erste Eindruck ist entscheidend, der letzte bleibt!


Der Moderator sollte sich immer allen Teilnehmern vorstellen. Dies kann zum Beispiel in Form eines Elevator Pitches sein.


Die Einstiegs- bzw. Anfangsphase besteht aus folgenden 8 Elementen:


1.     Begrüßung

2.     Organisatorisches

3.     Deine Vorstellung als Trainer

4.     Kennenlernen der Teilnehmenden

5.     Einführung in das Thema und die Ziele

6.     Ablaufplan (Agenda)

7.     Spielregeln (wenn man möchte)

8.     offene Fragen klären

 

Das eigentliche Herzstück JEDEN Workshops ist aber natürlich:

Die Arbeitsphase


In dieser Phase beginnt die eigentliche Themenbearbeitung des Workshops. Hier werden die Teilnehmer Antworten auf Fragestellungen und Lösungen für Probleme und Aufgaben erarbeiten.


Es geht vor allem darum, dass die Teilnehmer ihr Wissen und ihre Kompetenzen einbringen, deshalb sollte in der Präsentation noch genügend Platz für kreatives Arbeiten vorhanden sein. Diese sehr dynamische Phase erfordert hohe Flexibilität vom Moderator.

 

Wie wird die aktive Themenbearbeitung gestaltet?


Es gibt verschiende Wege, wie du vorgehen kannst. Es gibt das offene, das geschlossene oder eine das Teiloffene Verfahren.


Ein Beispiel für die offene Vorgehensweise: „Worüber sollten wir heute unbedingt sprechen? Was brauchen wir, um die XY-Teilung gut umsetzen zu können?“ Hier werden im Vorfeld offene Fragen vereinbart.


Bei der geschlossenen Vorgehensweise stehen die Themen des Workshops fest und sind den Teilnehmern in der Regel bekannt (beispielsweise in den Informationen der Einladungs-Email).


Die dritte Variante ist eine Mischform der beiden vorherigen und heißt Teiloffenes Vorgehen.


Wichtig zu wissen: Die Konzentration deiner Gruppe lässt bereits nach 10 Minuten nach - deshalb sollte bereits bei der Planung der Arbeitsphase darauf geachtet werden, dass die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nicht abfällt.


Mein Tipp:

Plane immer wieder Elemente in deiner Präsentation ein, die die Aufmerksamkeit der Teilnehmer fordern und einen Spannungsbogen erzeugen. Sei kreativ!


Wie sieht so etwas konkret aus? GIbt es praktische Übungen? Ja, die gibt es. Zu finden in meinem Blog: kreative Ideen und Auflockerungs Moves (erscheint in Kürze).

 

Die in dieser Phase generierten Ideen und Informationen müssen gesammelt und sortiert, priorisiert und anschließend bearbeitet werden. Es entsteht eine Vielzahl an Ideen und Informationen.


Was muss dabei beachtet werden?


Die Teilnehmer müssen genau wissen, WAS sie tun sollen, WANN sie es tun sollen und WIE sie es tun sollen.


Dies verhindert unnötiges Nachfragen und Missverständnisse. Ein selbst definiertes „Start-Signal“ oder ein paar Start-Sätze können helfen.


Welche Werkzeuge sind für einen Innovations- Workshop am besten geeignet?


Das Werkzeug-Kit (oder auch der Moderationskoffer)


Diese 12 Basic Tools dürfen auf gar keinen Fall in einem Workshop fehlen:


1. Laptop/PC & Beamer(für die Präsentation und für Gruppenarbeit, z.B. Mindmapping)

2. Post- Its oder sticky note​

3. Eine kleine Uhr (time-boxing)

4. Edding bzw. dicke Maler (permanent Maler)

5. Pinnwand oder Magnettafel

6. Magnete und Pins

7. Flip-Chart

8. Bunte Stifte

9. Blöcke oder Pappe/Papier

10. Plakate und Kartenmaterial

11. Klebeband und Klebepunkte

12. Schere

 

Die oben genannten Tools sind essentiell und meist auch schon in der ein oder anderen Firma vorhanden.

Eine ausführliche Beschreibung inkl. Wirkung und Anwendung der Tools gibt es in meinem Blog-Beitrag.


Ein Moderationskoffer (auch als Workshopkoffer oder Präsentationskoffer bezeichnet) ist aber mit all diesen Materialien bestückt, die man benötigt, um in Gruppen zu kommunizieren, Inhalte zu veranschaulichen, Meinungen zu visualisieren und Feedback auszudrücken. Also alles parat.


So ein Koffer kann zum Beispiel online bestellt werden. Ja nach Ausführung kostet der Koffer oder die Moderationsbox zwischen 50 und 150 €. Hier kannst du dir einen anschauen.


​Welche Innovationsmethoden eignen sich für die aktive Arbeitsphase?


Methoden für einen Workshop sind weder gut und schlecht. Es gibt aber Unterschiede bei dem Nutzen, den sie innerhalb des Workshops generieren.


Es gibt Methoden, die gut zur Eingangsphase passen und Methoden, die perfekt für die kreative Themenbearbeitung und Ideation in Frage kommen.


Beachte: Moderationskritische, unerfahrene oder sehr konservative Teilnehmer sollte man zu Beginn nicht mit zu spielerischen Methoden überfordern. Eine konventionelle oder den Teilnehmern sogar schon vertraute Struktur hilft, sich einzubringen.


Für Innovations-Workshops eignen sich grundsätzlich viele Methoden und die Liste ist lang.


Welches Ziel verfolgst du noch gleich mit deinem Workshop?


Möchtest du eventuell:


  • die Leistungsfähigkeit von Produkten und Prozessen steigern?
  • auf sich entwickelnde oder verändernde Marktbedürfnisse reagieren?
  • bisher unerkannte (sog. „latente“) Kundenbedürfnisse erkennen?
  • neues Entdecken?
  • Etwas Erfinden?
  • Strategisch notwendige Technologie- und Marktdiversifikation vorantreiben?störende negative Effekten bisheriger Produkte oder Prozesse beseitigen?
  • Kosten minimieren?


Für konkrete Produkt- oder Prozessoptimierungen eignen sich hervorragend systematische Innovationsmethoden.


TRIZ, die Theorie der erfinderischen Problemlösung (engl. TIPS: Theory of Invented Problem Solving) ist bestens für die strukturierte Vorgehensweise in Innovations-Workshops geeignet.


TRIZ ist ein Methodenbaukasten, welcher auf wissenschaftlich nachgewiesenen Innovationsmustern basiert. Die systematische Innovation beruht auf analytischer Logik, einer Wissensbasis und der Analogie. Und ganz wichtig: die Entwicklung kreativer Vorstellungskraft, d.h. einer Vision.


Der Prozess dieser Innovations-Systematik lässt sich in 4 Phasen einteilen.

1. Zielbeschreibung

2. Problem Definition

3. Lösungssuche und Lösungsbeschreibung

4. Lösungsauswahl und Ausarbeitung


TRIZ ist dabei nicht DIE EINE Methode, sondern eine Vielzahl von Methoden, Strategien und Informationen für die Problemlösung und Innovationsgestaltung. Die Methode hebt sich von anderen Innovations-Prozessen ab, indem zeitsparend auf eine überschaubare Anzahl zielgerichteter Lösungen fokussiert wird.


Die Auswertungssystematik der Varianten sichert eine hohe Qualität von spezifischen Lösungsvorschlägen und kann auch auf nicht technische Unternehmensbereiche angewendet werden. Je nach Fragestellung kann die Auswahl und Kombination der diversen TRIZ-Werkzeuge angepasst werden.


Den Blog zum Thema TRIZ gibt es hier.


Zu den vorwiegend kreativen Methoden gehört natürlich der Design Thinking Ansatz.

Die Berücksichtigung von Anwender-Bedürfnissen steht bei diesem interdisziplinären Innovationsansatz im Vordergrund.

Hier werden in einer kreativen Umgebung Probleme gelöst und neue Ideen nach den Prinzipien Verstehen, Beobachten, Finden, Verfeinern, Umsetzen und Lernen entwickelt. Mehr dazu findest du hier (erscheint bald).


Exkurs


Wenn die konzipierten Ideen konkret werden und daraus neue Produkte oder ein ganz neuer Unternehmensbereich aufgebaut werden soll, hilft der Lean Startup Gedanke.


Anhand von durchgespielten Szenarien kann man von vornherein die Erfolgsaussichten von Ideen, Produkten und Märkten bestimmen. Und auch während der Gründungsphase wird der Stand der

Dinge ständig überprüft. Machen, messen, lernen – so funktioniert der permanente Evaluationsprozess nach Eric Ries...


Kompakt:

Diese 8 kreativen Methoden eignen sich zum Einstieg als Warm-Up, zur Ideengenerierung und zur Lösungsfindung:


1. Skalierungsfragen

2. 3-2-1- Methode

3. ABC-Methode

4. Brainstorming

5. Mindmap

6. Themeninseln

7. Einzelarbeit

8. Matrix als Entscheidungshilfe


​Für welche Art von Gruppe die einzelnen Methoden geeignet sind und was du damit erreichen kannst, erfährst du hier.


Methoden-Quersteller? Mit diesen 5 Tipps gelingt eine gekonnte Anmoderation der Methoden​:


1.     Moderiere sachlich und seriös

2.     Lege das Ziel des Arbeitsschrittes genau fest

3.     Begründe sachlich, warum diese Methode gewählt wurde

4.     Frage nicht die Gruppe, ob sie mit der gewählten Methode einverstanden ist

5.     Beschreibe der Gruppe genau, was sie als nächstes tun soll

6.     Bleibe in Blickkontakt mit der Gruppe und mit jedem einzelnen

 

Nachdem die passenden Methoden für den Innovations-Workshop ausgesucht worden sind, können die Teilnehmer Ihre Kreativität und Ihr Fachwissen zur Lösungsfindung beitragen. Die Gruppe wird schnell Ihre eigene Dynamik entwickeln und viele Ideen generieren.


Die Aufgabe des Moderators besteht weiterhin darin, diese dynamische Phase zu unterstützen. Dabei ist neben den moderationsbedingten Skills auch die Persönlichkeit des Moderators entscheidend.

Ein MUSS sind Höflichkeit und Respekt den Teilnehmern gegenüber.


Es wird in einer Gruppe immer einen Teilnehmer geben, der unhöflich ist. Bleibe stets freundlich!

Denn: „So wie man in den Wald hineinruft...“ Der erste Impuls, wenn wir unhöflich behandelt werden ist der, ebenfalls unhöflich darauf zu reagieren.


Diesem Impuls sollte unbedingt widerstanden werden!


Nicht selten eskalieren solche Situationen und es treten offene Konflikte auf, die sich nur sehr schwer lösen lassen. Lieber ignorieren. Ein paar weitere gute Tipps zu diesem Thema findest du in dem Blog von Ingrid Gerstbach



Lösungsansätze generieren und priorisieren


Lösungsvorschläge entwickeln ist ein kreativer Prozess.

Zum Nachdenken benötigen die Teilnehmer ein besonderes Klima. Ein Klima, welches anders als die Ideenfindungsphase nicht dynamisch, sondern ruhig ist.


In dieser Phase wird nicht mehr hart argumentiert. Es muss ein Raum geschaffen werden, in dem sich die Ideen und Lösungsansätze frei entfalten können.


Der Moderator hat nun die Aufgabe, den Teilnehmern diesen geschützten Raum zu öffnen. Sie sollen die Möglichkeit zum kreativen Denken bekommen.

Dies fordert die gegenseitige Inspiration für Neues - dazu müssen die Teilnehmer frei sein und ihre Vorstellungskraft ausnutzen. Vorstellungsvermögen ist essentiell, um auf die Spur von innovativen Lösungen zu kommen.

Dabei ist es grundsätzlich egal, ob diese Phase erst als Einzelarbeit oder in kleinen Gruppen von zwei bis drei Teilnehmern stattfindet. Anschließend werden die Lösungen in der großen Runde vorgestellt und diskutiert.


Nachdem erste Lösungsansätze gefunden worden sind, werden im Anschluss die verschiedenen Lösungsvorschläge ausgewertet und priorisiert.


 

Die Priorität liefert die Entscheidung!


Entscheidungen stehen immer am Ende eines Klärungs,- Austausch- oder Denkprozesses.


Hier kann es bereits möglich sein, dass die intensive Auseinandersetzung mit verschiedenen Optionen dazu geführt hat, dass die Workshop-Teilnehmer eine Option als Lösung entwickeln und optimieren konnten.


Um Denkfehler auszuschließen, sollte die Option für die Entscheidung noch überprüft werden. Außerdem ist es gruppendynamisch wertvoll, wenn sich der Moderator explizit die Zustimmung von jedem Beteiligten für diesen Weg einholt.


Die Abstimmung kann per Kopfnicken oder durch Handzeichen erfolgen. Bei dieser Form der non-verbalen Rückmeldung, muss die Zustimmung in Form einer Ja / Nein-Frage eingeholt werden.


Ein Beispiel: „Seid ihr damit einverstanden, dass wir Lösungsvariante x realisieren?“

Und gegebenenfalls im Anschluss fragt der Moderator: „Gibt es jemanden, der damit nicht einverstanden ist?“


Falls ja, werden die Bedenken erklärt. Anschließend wird in der Gruppe nach einer Lösung gesucht.


Wichtig: Nach diversen Abstimmungs- und Optimierungsrunden muss die Mehrheit genügen, die als Gesamtheit die Verantwortung für die Entscheidung nach sorgfältiger Prüfung übernimmt.


Bei mehreren Lösungen macht es Sinn, auf der Makroebene im Vorfeld zu priorisieren (s. Matrix als Entscheidungshilfe).


Der kreative Ideationsprozess ist nun vorbei und die im Workshop generierten Ideen sind zu ersten Lösungsansätzen komprimiert worden.


Die Umsetzung dieser Lösungen wird nun die Herausforderung zum Abschluss eines erfolgreichen Workshops werden. Nur so generiert ein Workshop Mehrwert!


Die Herausforderung eines jeden Workshops: Die Umsetzung!

 

Am Ende eines Workshops sollte das Team gemeinsam festlegen, wie die Umsetzung erfolgen soll.


Wie werden die Ergebnisse umgesetzt? Wer macht was und bis wann? Und wie wird dokumentiert?


Eine genaue Dokumentation ist essenziell. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Aufgaben konkret und die Ziele messbar formuliert sind. Diese Phase, in der die Maßnahmen und die Umsetzung der Lösungen geplant wird, ist verbindlich.


Erstelle einen Maßnahmenplan


In manchen Firmen gibt es bereits ein unternehmensweit genutztes Tool, um einen einheitlichen Qualitätsstandard von Planungen sicherzustellen. Dies könnte zum Beispiel die Anwendung von Kooperations- oder Projektmanagement Software sein. Wenn dem nicht so ist, genügt meist eine To-Do-Liste mit Excel.


Folgende Fragen sollten beantwortet werden:


1.     Was? Was genau soll getan werden

2.     Wer? Wer ist dafür verantwortlich

3.     Bis wann? Hier wird festgehalten, innerhalb welchen Zeitraums die Aufgabe erledigt werden soll

4.     Rücklauf. Hier wird beschrieben, in welcher Form die erledigte Arbeit vorliegt


Ein Beispiel für einen Maßnahmenplan kannst du hier kostenlos herunterladen (erscheint in Kürze)


Die Verantwortung für die Umsetzung von Maßnahmen zu übernehmen, ist nach der kreativen Phase manchmal ein schwieriger Prozess. Hier könnte es zu Konflikten kommen.


Tipp:

  • Sobald sich jemand freiwillig für eine Aufgabe meldet, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie auch ausgeführt wird
  • Es ist effizienter, die Aufgaben so zu verteilen, dass die Gruppenmitglieder die Aufgaben übernehmen, die ihnen sowieso schon liegen und ihrem Naturell entsprechen
  • Wenn der Moderator eine gute und stimmige Beziehung zu den Teilnehmern hergestellt hast, ist die Gruppe eher geneigt sich zu engagieren
  • Die allgemeine Bereitschaft wird gestärkt, wenn die Teammitglieder merken, dass ihre Arbeit wahrgenommen und wertgeschätzt wird

​Manchmal müssen bestimmte Teammitglieder einfach ermutigt werden, etwas Neues auszuprobieren und die Verantwortung zu übernehmen.

Hier sind die Skills als Moderator gefragt!


​Für die Umsetzung heißt es am Ball bleiben!


Falls beispielsweise noch Daten oder Informationen fehlen, die für ein weiteres Vorgehen essentiell sind, so wird an dieser Stelle ein Teilnehmer bestimmt, der für deren Beschaffung verantwortlich ist.


Die Priorisierung und die Erstellung des Maßnahmenplans leiten übrigens den letzten Teil des Workshops ein – die Abschlussphase.


Hier wird der Workshop reflektiert und die Teilnehmer geben Feedback.


Warum ist eine Abschlussphase eines Workshops so wichtig?


​Jeder Workshop braucht eine Abschlussphase. Warum? Es muss genügend Zeit für die Reflexion der gemeinsamen Arbeit eingeplant werden. Frei nach dem Motto: Ende gut, alles gut! Dabei reflektieren sich die Teilnehmer u.a. auch selbst und fragen sich, was sie in den Alltag integrieren möchten.


​Eben dieser Praxistransfer ist mit das Wichtigste eines Workshops. Nur wenn es gelingt, dass die Gruppe möglichst viel von dem Erarbeiteten in ihrem Alltag umsetzen kann, hat die Veranstaltung auch ihren Zweck erfüllt.


Dieser Teil der Abschlussphase kann auch eine stille Phase sein, beispielsweise Einzelarbeit mit anschließender offener Information an die anderen Teilnehmer.


Zur Abschlussphase gehört außerdem noch die Ergebnissicherung. Es gibt viele Möglichkeiten, wobei der Moderator die Teilnehmer auffordern kann, ihre Lernergebnisse oder das Fazit zum Workshop auf kleine Karten zu schreiben und diese dann an einer Pinnwand zu befestigen.


Eine andere Möglichkeit kann sein, dass die Gruppe dem Moderator die Ergebnisse zu ruft. Dieser dokumentiert die Ergebnisse auf einem Plakat (oder zum Beispiel auf dem Maßnahmenplan) und befestigt sie an einer Pinnwand.


Das Fotoprotokoll zur Ergebnissicherung!


Nachdem das Plakat fertig gestellt und alle Ergebnisse festgehalten wurden, werden Fotos davon gemacht. Fotoprotokolle oder sogar Videodokumentationen sind gute Mittel, um Erkenntnisse nachhaltig zu sichern; das Einverständnis der Teilnehmer natürlich vorausgesetzt.


Mit dieser Digitalisierung können diese Fotoinformationen (z.b. Digitale Mindmaps) später jedem Teilnehmer zugänglich gemacht werden. Der Vorteil besteht darin, dass jeder Teilnehmer den Workshop noch einmal Revue passieren lassen kann und eine Übersicht über alle Maßnahmen erhält.


Projektpläne und Maßnahmenplänen können übrigens auch super mit dem kostenlosen Online-Tool Asana kreiert und geshared werden.


Sobald alle Ergebnisse gesichtet und festgehalten worden sind, sind die Teilnehmer an der Reihe, dem Moderator Rückmeldung zu geben. Die Feedbackrunde ist eröffnet!


Wieso ist Feedback so wichtig?

 

Man meint es nicht, aber Feedback ist unverzichtbar!

​Die abschließende Feedbackrunde – wie auch immer sie gestaltet wird -  ist ein enorm wichtiges Instrument.


Bei der Befragung können


  • ​verbliebene offene Fragen geklärt werden
  • ​Rückmeldungen zu dem Workshop erhalten werden
  • ​Ideen und Anregungen für zukünftige Workshops mitgeteilt werden


Es ist wichtig zu erfahren, wie das Team den Workshop erlebt hat!


Wie wird das Feedback eingeholt?


Die Befragung kann mündlich oder schriftlich durchgeführt werden. Beipsielfragen könnten sein:


  1. ​ Was hat der Tag mit Euch gemacht? Worüber denkt Ihr jetzt anders als noch heute Morgen?
  2. ​ Wie zufrieden bist du mit der heutigen Veranstaltung auf einer Skala von 1 bis 10?
  3. ​ Was war förderlich oder was war eher hinderlich?
  4. ​ Was nimmst du mit in deinem Arbeitsalltag?
  5. ​ Was kannst du sofort integrieren?
  6. ​ Wurden die angestrebten Ziele erreicht?


Tipp:

Damit die abschließende Feedbackrunde nicht zu langatmig wird, arbeite mit Zeitlimits!


Natürliche Zeitlimits für das mündliche, persönliche Feedback könnten sein:


  • ​Entzünden eines Streichholzes
  • ​Das Schweben einer Seifenblase
  • ​Sanduhr (eignet sich für Gruppenfeedback)​​

Eine (Selbst-) Reflexion ist eine sehr effektive Feedback-Generierung.

Visuell kann dazu ein kleines Blatt mit Icons ausgeteilt werden, die die oben gestellten Fragen reflektieren. Anschließend stellt jedes Teammitglied sein Feedback vor. So wird die immer gleiche Rückmeldung und das einfache Nachreden des Vordermanns vermieden.


So könnte ein Feedback-template aussehen:

Der erste Eindruck ist entscheidend - der letzte Eindruck aber bleibt!


Und wieder: der erste Eindruck ist entscheidend - der letzte Eindruck bleibt!


So wichtig wie ein guter Einstieg ist, genauso wichtig ist ein guter und positiver Abschluss des Workshops. Er ist ausschlaggebend dafür, welche Erinnerungen die Teilnehmer an die Veranstaltung haben.


Der Moderator sollte seinen Dank an die Teilnehmer, an die generierten Ergebnisse und für das Feedback aussprechen.


So fehlt nur noch ein letzter aber sehr entscheidender Punkt. Die Nachbereitung des Workshops.


Worauf ist bei der Nachbereitung eines Workshops zu achten?

 

Es könnte sein, dass der Moderator oder die Workshop-Leitung eine Art Reflexion (beispielsweise für den Chef) erstellen muss. Dies offeriert die Möglichkeit, den ganzen Tag Revue passieren zu lassen und sich selbst ein Feedback zugeben.


Waren die Methoden passend gewählt? Waren alle Teilnehmer gewillt mitzuarbeiten? Oder waren die Ergebnisse eventuell nicht aussagekräftig genug?


Es sollte darauf geachtet werden, den Inhalt aufzuarbeiten und zusammenzufassen. Ziel der Nachbereitung ist es, alle relevanten Stakeholder, die mit der Themenbearbeitung des Workshops in Zusammenhang stehen, über den Inhalt und Absprachen zu informieren.


Diese Zusammenfassung sollte natürlich auch den Teilnehmern des Workshops zur Verfügung gestellt werden.


Die Umsetzung der Maßnahmen aber liegt natürlich in der Hand der einzelnen Teilnehmer. Der Moderator kann nach vier oder sechs Wochen ein kleines Stell-Dich-Ein einberufen, um den Fortschritt der Maßnahmen zu checken (überprüfen lässt man sich nämlich nicht so gern :-)) und zu visualisieren.


​Wenn es einen festen Termin gibt, sind die Teilnehmer viel motivierter, die Maßnahmen so schnell es geht umzusetzen. Und das ist das eigentlich übergeordnete Ziel neben der Wissensvermittlung.


Zum Abschluss:

„Eine Gruppe ist mehr als die Summe ihrer Teile. Wenn die Einzelnen ihr Wissen, ihre Erfahrung, ihre Energie auf ein gemeinsames Ziel bündeln, sind Dinge möglich, die ein einzelner nicht zustande bringen könnte.“*


Die Macht der Vielen.



Anbei noch ein paar essentielle Tipps:

Good to Know - Diese 7 Tipps machen den Unterschied!

1. Innovation und Innovationsworkshops funktionieren nur im Team!


In der heutigen (digitalen) Zeit und natürlich gerade in der Welt der Innovation ist Teamarbeit unverzichtbar geworden.

​Die Aufgaben werden komplexer und natürlich können diese am besten durch ein interdisziplinäres Team gelöst werden.

Da jedes Teammitglied wahrscheinlich einen anderen beruflichen Hintergrund hat, ist es nicht selbstverständlich, dass alle die gleiche „Sprache“ sprechen. Der bärtige Brillen-Typ aus der IT wird eine etwas andere Sprache sprechen als der Sozialwissenschaftler mit Krawatte.

Der Moderator muss es schaffen, das Team 1. auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen und 2. eine Team-Atmosphäre zu schaffen, in der Geduld und Verständnis herrscht.


2. Deine Teilnehmer aktiv einbinden!


Binde in deinem Workshop auf jeden Fall Phasen ein, in denen die Teilnehmer aktiv in kleinen Gruppen Aufgaben bearbeiten können. Wenn es Experten gibt, rege sie an, ihr Wissen und Erfahrungen zum Thema zu teilen.

Fehler erlaubt!

Natürlich darf das Team albern sein. Es dürfen Fragen gestellt werden, von denen man meint, sie dürften nicht gestellt werden. Fragen, die man sich eventuell auch nicht traut, zu stellen.


Kommt das bekannt vor? Korrekt. Denn nur so kann man Dinge auch hinterfragen.


Und wer kennt den Spruch nicht, aus Fehlern lernt man? Fehler zu machen und sie zu eliminieren ist enorm wichtig. Man kann sogar Fehler provozieren - denn dann können sie beeinflusst werden. Wenn man ganz am Anfang einer Entwicklung steht, kann man mögliche Fehler schon im Keim ersticken. So spart man hinterher auch noch Geld. :-)


3. Keine Hierarchien!


Gegenseitiges Vertrauen ist in einem Workshop ein wichtiger Punkt. Dabei ist die Gleichstellung jedes Teammitgliedes extrem wichtig.

​Das heißt, es werden alle sozialen oder hierarchischen Barrieren eliminiert. Eine eigene Innovations-Kultur wird gebildet.


4. Auf die richtige Zeit(ein)planung kommt es an


Damit ist unter anderem gemeint, dass das Team auch einen gemeinsamen Zeitplan braucht.

Wieviel Zeit soll für die Bearbeitung des Themas eingeplant werden? Ein ganzer Tag, zwei oder sogar drei Tage?


Es muss gewährleistet werden, dass die ganze Aufmerksamkeit des Teams für dieses Projekt gilt.


5. Have a Break- have a KitKat?!


Zu einer guten und konzentrierten Lernatmosphäre gehören regelmäßige Pausen. Denn was glaubst du, wie lange hält die Konzentration eines Menschen an, 90 Minuten? Ach was - viel weniger!


Bereits nach 10 Minuten lässt sie nach!


Das bedeutet natürlich nicht, dass dann sofort eine Pause gemacht werden soll. Aber es ist wichtig, dass der Moderator es schafft, die Aufmerksamkeit der Teilnehmer immer wieder neu zu gewinnen.

D.h., es sollten immer wieder „erfrischende“ Elemente in die Präsentation eingebaut werden.


Wenn dann noch etwas Süßes  zum Kaffee gereicht wird, ist die erneute Aufmerksam der Teilnehmer garantiert!

​6. „Deine Gedanken beeinflussen deine Taten“


Klingt pathetisch? Entspricht aber der Wahrheit. Gefühle wie Zweifel, Unlust oder Angst lassen sich kaum verbergen und übertragen sich leicht auf die Gruppe, ohne dass man es selbst merkt.


Gefühle werden direkt in der Körpersprache widergespiegelt. Das gilt gleichermaßen für positive als auch für negative Emotionen. Ist man sich seiner Gefühle also bewusst, kann man mit ihnen umgehen und wenn nötig auf sie Einfluss nehmen.

Dies ist ein enorm wichtiger Punkt, den du als Moderator nicht unterschätzen darfst. So wie das Lachen des kleinen Jungen oben auf dem Bild. ​Einfach ansteckend, oder?

Fazit

 

Erfüllt der Workshop den Zweck deiner anfänglichen Überlegung?

Ist ein Innovations- Workshop das richtige Element?


Die Durchführung eines Workshops macht Sinn, wenn


1. es um die Bearbeitung eines Themas geht, in dem die Gruppenmitglieder die Hauptverantwortung für die Erarbeitung von Inhalten, Ideen, Vorschlägen und Lösungen tragen

2. Entscheidungsstrukturen und Verfahren transparent gemacht werden sollenLösungen in der Gruppe das Ziel sind und die Aktivität der Gruppe als Basis gilt

3. die Aufgabenverteilung in der Endphase gemeinsam in der Gruppe entschieden wird


Für die Workshop-Teilnehmer ist es besonders wichtig, dass sie mit so vielen Sinnen wie möglich lernen können.

Di​e Präsentation der Inhalte sollte nämlich den Kopf ansprechen (kognitiv), das Herz (affektiv) und die Hand, also psychomotorisch. Denn unterschiedlich beanspruchte Sinne sprechen verschiedene Hirnregionen an.


Werden all diese Sinne aktiviert, können die Teilnehmer das Gelernte oder Erarbeitete intensiver verankern – nämlich nachhaltig im Langzeitgedächtnis.


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Quellen:

  • * Crashkurs Professionell Moderieren von Anja von Kanitz, Haufe Group, 2. Auflage (2018), S. 37
  • Seminare, Trainings und Workshops lebendig gestalten von Andrea Lienhart, Haufe Group, 3. Auflage
  • Digital Innovation Playbook von Dark Horse Innovation, Murmann Publishers

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